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12.05.2009 Consultations on LCDS | |
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09-11-2009-Abkommen-Guyana-Norwegen.pdf 09.11.2009 Abkommen zwischen Guyana und Norwegen |
Aktuelle Informationen zum Projekt
Wir freuen uns, allen Unterstützern des Regenwaldschutzprojektes mitteilen zu können, dass dieses im Sommer 2009 erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Bereits zu Beginn unserer Arbeit in Guyana im Jahre 2002 war die größte Sorge unserer indigenen Projektpartner der langfristige Schutz und Erhalt des Regenwaldes. Lange Zeit war Guyana aufgrund der geografisch bedingten Unzugänglichkeit von dem rapiden Vormarsch der weltweiten Regenwaldzerstörung weitgehend verschont geblieben. Dies änderte sich rasant mit dem zunehmenden Ausbau von Infrastruktur, insbesondere Straßen. In atemberaubendem Tempo wurden große Waldgebiete als Holzkonzessionen vergeben. Deshalb hieß es dann 2006 entschlossen zu handeln. Mit unseren Partnern vom Volk der Makushi beantragten wir, den nördlich des Stammeslandes gelegenen Regenwald großflächig als Naturschutzkonzession (Conservation Concession) zu sichern. Das Pilotkonzept der „Conservation Concession“ wurde von der amerikanischen Organisation Conservation International zusammen mit den guyanischen Behörden entwickelt. Dahinter steckt der realistische Grundgedanke, dass der Regenwalderhalt in Entwicklungsländern wie Guyana nur dann eine Chance hat, wenn sich der Naturschutz im Vergleich zu zerstörerischer Nutzung wie dem großflächigen Holzeinschlag wirtschaftlich rechnet. Im Januar 2007 durchliefen wir die entsprechenden Beantragungsmodalitäten und das Ausschreibungsverfahren wurde eingeleitet. Auch für uns überraschend war der Riesenerfolg, dass uns insgesamt 135.878 Hektar Regenwald zugesprochen wurden. Dies entspricht fast der anderthalbfachen Fläche der Insel Rügen. Entscheidend war, dass durch unseren Antrag das Gebiet damit dem Zugriff durch Holzkonzerne entzogen wurde und als ungestörte Wildnis erhalten bleiben konnte.
Ein solches Projekt ist mit zahlreichen Auflagen und Verpflichtungen verbunden. So müssen verschiedene Umweltstudien und Inventuren konzipiert und durchgeführt werden, eine Landnutzungsplanung erfolgen, die lokale Bevölkerung konsultiert und einbezogen werden sowie auch entsprechende finanzielle Mittel bereitstehen. Beispielsweise betrug allein die Antragsgebühr 20.000 US-Dollar. Ohne die Unterstützung der Waldpaten, Regenwaldläufer und Sponsoren wären wir niemals in der Lage gewesen, dieses große Gebiet über Jahre hinweg zu halten. Neben den Kosten für das Schutzprojekt hat die Stiftung auch Partnerschaftsprojekte mit Indianern zum Naturschutz und der Verbesserung der Lebensbedingungen gefördert. Nähere Informationen dazu finden Sie unter „Projekte mit Indigenen“.
Bereits am Anfang des Vorhabens waren wir uns einig, dass in Guyana Pilotprojekte wie Naturschutzkonzessionen bestenfalls Zwischenlösungen darstellen, um der Zerstörung zumindest lokal konzentriert Einhalt zu gebieten. Für den langfristigen Schutz des Regenwaldes in Guyana sind internationale Abkommen und Mechanismen zum Erhalt des Waldes und anderer bedrohter Ökosysteme erforderlich.
Seit Sommer 2008 zahlte sich unser gemeinsames Engagement dann in einer Weise aus, die wir uns selbst in unseren optimistischsten Erwartungen so schnell nicht erhofft hatten. Der guyanesische Präsident Bharrat Jagdeo nahm sich selbst dem Schutz des Waldes an und engagierte sich, den tropischen Regenwald Guyanas in seiner gesamten Größe als Beitrag seines Landes für den Erhalt des Weltklimas zu schützen. Kohlendioxidemissionen aus der Zerstörung des Regenwaldes machen weltweit etwa 20 Prozent des für den Klimawandel verantwortlichen Treibhausgases aus. Deshalb ist der Erhalt des Regenwaldes zur Stabilisierung des Weltklimas unerlässlich.
„Wir werden Guyana als Pionierprojekt dafür nutzen, um der Welt zu zeigen welchen Wert geschützter tropischer Regenwald hat“ sagte der Präsident (Guyana Times, 6. Dezember 2008) und hielt Wort.
Mit zahlreichen internationalen Partnern entwickelte Guyana eine „Niedrig-CO2-Entwicklungsstrategie“ (LCDS) und nimmt eine Vorreiterrolle in der Ausgestaltung und Umsetzung des REDD-Modells ein.
Im Frühjahr 2009 wurde deutlich, dass fast der gesamte Wald Guyanas im Rahmen des LCDS Planes unter weitgehenden Schutz gelangen sollte. Auch wir als Stiftung haben die Implementierung von LCDS über unser Regenwaldschutzprojekt Naturschutzkonzession hinaus aktiv gefördert, z.B. durch:
- Finanzierung von 50 Dauerversuchsflächen im Regenwald im Rahmen der Forschungsarbeiten für Klimaabkommen. Diese erhalten permanenten Schutzstatus und entsprechen einer Fläche von 50.000 m².
- Finanzielle Unterstützung landesweiter Konsultationen mit überwiegend indigenen Gemeinschaften zum LCDS Plan.
- Finanzielle Unterstützung des 11.620 Hektar großen Moraballi-Schutzgebietes. Dieses ist eine wichtige Forschungsstätte und Genpool von Grünherzholz (Chlorocardium rodiei).
Im Sommer konnten wir dann unser Schutzprojekt in dieses staatliche LCDS-Konzept integrieren. Auf internationalen Konferenzen wie in Davos, Poznan oder kürzlich in Kopenhagen ist die Unterstützung Guyanas beim Regenwaldschutz kontinuierlich gewachsen.
Einer der größten Erfolge bisher ist ein 250 Millionen-US-Dollar Abkommen zwischen Guyana und Norwegen zum Regenwaldschutz im Rahmen von LCDS, das am 9. November 2009 unterzeichnet wurde.
Rechts stehend finden Sie exemplarisch einige Pressemeldungen zu dieser Mut machenden Erfolgsgeschichte.
Vielen Dank, dass Sie uns dabei unterstützt haben.


